Die Bücherhallen Hamburg haben ihren Standort in Rahlstedt im Jahr 2025 umfassend saniert und zeitgemäß weiterentwickelt. Neben der Wiedereröffnung im Dezember gibt es einen weiteren Anlass zur Freude: Seit nunmehr 100 Jahren können Menschen aus der Region Medien ausleihen. Der Ursprung reicht bis ins Jahr 1925 zurück, als die Einrichtung ihren Betrieb als Volksbücherei der damaligen Gemeinde Oldenfelde aufnahm.
Durch die grundlegende Umgestaltung präsentiert sich die Bücherhalle heute als moderner, offener und deutlich vielseitiger nutzbarer Ort. Helle Zonen zum Lesen und Arbeiten, flexibel nutzbare Flächen für Workshops und Veranstaltungen sowie eine zeitgemäße technische Ausstattung schaffen die Grundlage dafür, die Bücherhalle als leicht zugänglichen Treffpunkt für die Nachbarschaft weiterzuentwickeln. In Kooperation mit zahlreichen Partner:innen kann so ein breit gefächertes Angebot realisiert werden. Für die Modernisierung standen rund 315.000 Euro aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2030 zur Verfügung, bereitgestellt durch die Hamburgische Bürgerschaft.
Aus Sicht der Staatsrätin für Kultur und Medien, Jana Schiedek, setzen die Bücherhallen Hamburg mit der Neugestaltung der Bücherhalle Rahlstedt ihren Öffnungsprozess in Richtung Stadtgesellschaft konsequent fort. Sie betonte, dass Bücherhallen nicht nur Orte der Wissensvermittlung seien, sondern auch Räume der Begegnung. Besonders im bevölkerungsreichsten Stadtteil Hamburgs sei es ein wichtiges Signal, dem Standort im Jubiläumsjahr ein einladendes Umfeld zu geben, das zum Entdecken und Verweilen anrege.
Der Leiter des Bezirksamts Wandsbek, Thomas Ritzenhoff, hob hervor, dass die Bücherhalle Rahlstedt mit innovativen Ideen, vielfältigen Konzepten und einem engagierten Team einen offenen Raum für Bildung, Kultur und Austausch biete. Sie ermögliche einen niedrigschwelligen Zugang zu Wissen und Literatur und lade Menschen dazu ein, gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln und Zukunft zu gestalten.
Auch Frauke Untiedt, Bibliotheksdirektorin der Bücherhallen Hamburg, würdigte das Jubiläum des Standorts. Sie erklärte, dass es mit der Neugestaltung gelungen sei, die Attraktivität und Funktionalität der Bücherhalle als generationsübergreifenden Ort deutlich zu steigern und noch stärker an den Bedürfnissen der Besucher:innen auszurichten.
„Lesen im Moor“ – ein neues Raumkonzept
Auf insgesamt 571 Quadratmetern, verteilt auf das Erdgeschoss mit 416 Quadratmetern und das erste Obergeschoss mit 155 Quadratmetern, erwartet die Gäste ein Gestaltungskonzept, das sich am Naturmotiv „Lesen im Moor“ orientiert. Ruhige, gedeckte Farbtöne werden durch kräftige Akzente in Orange, Pink und Grün ergänzt. Eine durchgehende Sitzbank entlang der runden Fensterfront verbindet alle Bereiche des Erdgeschosses. Dort befinden sich unter anderem Ausleih- und Rückgabeplätze, eine Puzzle-Station, ein großer Tisch für gemeinsames Spielen oder Gespräche sowie im hinteren Kinderbereich Comic-Tröge und ein Basteltisch.
Der Kinderbereich bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Erdgeschosses. Ein organisch gestaltetes Sitzpodest mit verschiedenen Ebenen und Materialien lädt Kinder und Begleitpersonen zum Verweilen ein, unterstützt den Bewegungsdrang der Jüngsten und dient als zentraler Ort für Veranstaltungsformate wie das Bilderbuchkino. Ergänzt wird das Angebot durch Romane, Hörbücher und Filme in neu gestalteten Regalsystemen.
Besondere Aufmerksamkeit erhält nun die markante Freitreppe, die beide Etagen miteinander verbindet. Unter ihr wurde ein auffälliges, orangefarbenes Möbel integriert, das die „Bibliothek der Dinge“, einen Rechercheplatz für den Katalog sowie Flächen für Informationsmaterialien aufnimmt.
Über die Freitreppe gelangen Besucher:innen in das Obergeschoss. Transparente Stoffe in Grüntönen strukturieren die Fläche und trennen den Jugendbereich mit zahlreichen Arbeitsplätzen von der Zeitschriftenlounge mit bequemen Sesseln. Zusätzlich stehen PC-Arbeitsplätze, Sachbuchbestände und ein großzügiger Gruppenraum zur Verfügung.
Barrierefreiheit wurde bei der Planung konsequent berücksichtigt, unter anderem durch unterschiedlich hohe Möbel, großzügige Bewegungsflächen und eine barrierearme Beschilderung. Ein Personenaufzug verbindet beide Ebenen. Sämtliche Bereiche wurden mit moderner LED-Beleuchtung ausgestattet, wodurch die Bücherhalle auch in technischer Hinsicht nachhaltig und zukunftsorientiert aufgestellt ist.
Die Planung der neuen Ausstattung übernahm das Architekturbüro flex – Beckmann und Nikoleit GbR.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Hamburg/Veröffentlicht am 18.12.2025