Berliner Familien bei Mieten stark belastet

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Eine aktuelle Analyse von immowelt zeigt, wie stark Berliner Familien durch hohe Neuvertragsmieten belastet werden. Untersucht wurden die Warmmieten für eine 90-Quadratmeter-Wohnung sowie das verfügbare Haushaltseinkommen einer dreiköpfigen Familie in 93 ausgewählten Berliner Ortsteilen.

Das Ergebnis fällt deutlich aus: In 89 der 93 untersuchten Ortsteile überschreitet die Warmmiete bei Neuverträgen die sogenannte 30-Prozent-Grenze. Diese gilt bei der Wohnungssuche häufig als Orientierung, wonach die Warmmiete nicht mehr als 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens ausmachen sollte.

Umzug wird für viele Familien kaum bezahlbar

Für die Analyse wurde eine dreiköpfige Familie mit 1,5 Durchschnittseinkommen zugrunde gelegt. In nahezu allen untersuchten Berliner Ortsteilen müsste eine solche Familie bei einem Umzug in eine familientaugliche 90-Quadratmeter-Wohnung mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Warmmiete ausgeben.

In der Spitze verschlingen die Wohnkosten fast die Hälfte des verfügbaren Einkommens. Besonders betroffen sind dabei nicht die bekannten Trendkieze, sondern klassische Arbeiter- und Großsiedlungen.

Höchste Belastung in Großsiedlungen

Die höchste Wohnkostenbelastung zeigt sich laut immowelt in der Gropiusstadt in Neukölln. Dort liegt das mittlere Haushaltsnettoeinkommen einer dreiköpfigen Familie bei 3.675 Euro im Monat. Eine 90-Quadratmeter-Wohnung kostet im Schnitt 1.627 Euro warm. Daraus ergibt sich eine Mietbelastungsquote von 44,3 Prozent.

Auch in Neu-Hohenschönhausen ist die Belastung mit 41,5 Prozent sehr hoch. In Britz liegt sie bei 39,7 Prozent. Diese Ortsteile gelten traditionell als Arbeiterquartiere und waren lange durch vergleichsweise günstige Bestandsmieten geprägt.

Nach Einschätzung von immowelt sind gerade diese Kieze von der Entwicklung der vergangenen Jahre besonders stark betroffen. Die Neuvertragsmieten seien deutlich gestiegen, während die Einkommen der dort lebenden Bevölkerung nicht Schritt gehalten hätten.

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Gentrifizierung erreicht den Stadtrand

Immowelt-Geschäftsführer Theo Mseka sieht in Berlin eine gefährliche Entkopplung zwischen steigenden Neuvertragsmieten und den Einkommen ansässiger Familien. Wer heute innerhalb des eigenen Kiezes umziehen müsse oder als Familie mehr Platz brauche, werde zunehmend verdrängt.

Aus Sicht von immowelt hat die Gentrifizierung inzwischen auch Viertel erreicht, die früher als vergleichsweise günstig galten. Dazu gehören insbesondere Großsiedlungen am Stadtrand und klassische Arbeiterkieze.

Warum Prenzlauer Berg weniger belastet wirkt

Auf den ersten Blick überraschend ist die Situation in teuren Stadtteilen wie Mitte, Prenzlauer Berg oder Dahlem. Sie liegen in der Analyse im unteren Drittel der Belastungsskala.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Wohnen dort günstiger wäre. In Dahlem kostet eine 90-Quadratmeter-Wohnung im Schnitt 1.750 Euro warm. Die Mietbelastungsquote liegt dennoch bei 30,8 Prozent. In Prenzlauer Berg beträgt sie 31,2 Prozent, in Mitte 31,5 Prozent.

Der Grund liegt laut immowelt in den deutlich höheren Einkommen der dort lebenden Haushalte. Familien in Prenzlauer Berg verfügen über ein mittleres Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 5.100 Euro. In Dahlem sind es mehr als 5.600 Euro.

Die niedrigere Belastungsquote sei daher vor allem Ausdruck einer bereits erfolgten Verdrängung kleiner und mittlerer Einkommen. Die soziale Spaltung zeige sich damit auch räumlich auf der Berliner Stadtkarte.

Günstiger Stadtrand bietet kaum noch Entlastung

Auch der Stadtrand ist für wohnungssuchende Familien nur noch bedingt eine finanzielle Entlastung. Selbst im Ortsteil mit der niedrigsten Wohnkostenquote liegt die Belastung nur knapp unter der 30-Prozent-Marke.

In Staaken am westlichen Stadtrand beträgt die Quote 27,3 Prozent. Dort treffen 1.330 Euro Warmmiete für 90 Quadratmeter auf ein mittleres Haushaltseinkommen von 4.875 Euro.

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Insgesamt bleiben nur vier der 93 untersuchten Berliner Ortsteile unterhalb der 30-Prozent-Grenze.

Bezahlbarer Wohnraum als Wahlkampfthema

Berlin ist eine klassische Mieterstadt. Von rund 1,95 Millionen Haushalten wohnen nach Angaben von immowelt etwa 1,67 Millionen zur Miete. Das entspricht einem Anteil von 85 Prozent.

Viele Berlinerinnen und Berliner wohnen aufgrund langlaufender Mietverträge zwar noch vergleichsweise günstig. Bei einem Umzug oder Neuvertrag können die Wohnkosten jedoch deutlich steigen.

Immowelt verweist darauf, dass bezahlbarer Wohnraum deshalb ein zentrales Thema bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September ist. Wenn Normalverdiener in Großsiedlungen wie der Gropiusstadt oder Marzahn einen großen Teil ihres Einkommens für die Miete aufbringen müssten, fehle dieses Geld für Konsum, Altersvorsorge und gesellschaftliche Teilhabe.

Die Analyse zeigt damit, dass die Wohnkostenkrise in Berlin längst nicht mehr nur die bekannten Innenstadt- und Trendviertel betrifft. Sie hat inzwischen auch die Peripherie und ehemals günstigere Wohnlagen erfasst.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von immowelt/Veröffentlicht am 03.08.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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