Die Mieten in Berlin sind in den vergangenen drei Jahren um fast zwölf Prozent gestiegen. Eine aktuelle Analyse von immowelt zeigt jedoch, dass die Belastung auf dem Berliner Mietmarkt sehr unterschiedlich ausfällt.
Für Singles mit mittlerem Einkommen bleibt Wohnen in der Hauptstadt bei einer Neuanmietung statistisch meist bezahlbar. Deutlich schwieriger wird es für Familien, die mehr Wohnfläche und zusätzliche Zimmer benötigen.
Bezahlbarkeit endet oft beim Kinderzimmer
Immowelt-Geschäftsführer Theo Mseka ordnet die Ergebnisse so ein, dass Wohnen für Singles mit mittlerem Einkommen in Berlin grundsätzlich noch leistbar sei. Problematisch werde es vor allem, wenn Familien mehr Platz benötigten.
Das eigentliche Bezahlbarkeitsproblem des Berliner Mietmarkts liegt aus Sicht von immowelt deshalb weniger bei kleinen Wohnungen, sondern beim Mangel an ausreichend großen Wohnungen zu bezahlbaren Preisen.
Singles bleiben unter der Belastungsgrenze
Berlin ist stark von Einpersonenhaushalten geprägt. Von 1,97 Millionen Haushalten entfallen 977.000 auf Singles. Das entspricht einem Anteil von 50 Prozent. Rund 85 Prozent der Haushalte wohnen zur Miete.
Wer allein lebt und 40 Quadratmeter bewohnt, bleibt nach der Analyse auch bei neuen Mietverträgen mit mittlerem Einkommen unter der kritischen Wohnkostenquote von 30 Prozent. Bei einem Berliner Mediannettoeinkommen von 2.835 Euro pro Monat liegt diese Grenze bei 851 Euro Warmmiete.
Selbst in teureren Lagen wird sie statistisch nicht überschritten. In Wilmersdorf werden für 40 Quadratmeter durchschnittlich 812 Euro warm fällig, in Grunewald und Wilhelmstadt jeweils 796 Euro und in Tiergarten 785 Euro. In günstigeren Ortsteilen wie Spandau mit 583 Euro oder dem Märkischen Viertel mit 531 Euro fällt die Belastung deutlich niedriger aus.
Familien brauchen mehr Einkommen für mehr Fläche
Mit Kindern steigt der Wohnraumbedarf deutlich. Gleichzeitig wächst das Haushaltseinkommen meist nicht im gleichen Verhältnis. Besonders sichtbar wird das bei einer 90-Quadratmeter-Wohnung für eine dreiköpfige Familie.
In diesem Fall liegt die Wohnkostenquote bei einer Neuanmietung in 89 von 93 Berliner Ortsteilen über der Marke von 30 Prozent. In der Gropiusstadt müssten Familien für eine solche Wohnung beispielsweise 44,3 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens aufbringen.
Dadurch entsteht ein Verdrängungsdruck, der Menschen je nach Lebensphase unterschiedlich trifft. Kleine Wohnungen können für Singles auch in beliebten Lagen noch bezahlbar sein. Wer eine Familie gründet und mehr Platz braucht, muss dagegen häufig einen deutlich größeren Teil des Einkommens für die Miete einplanen.
Familien ziehen häufiger nach Brandenburg
Die angespannte Lage bei familiengerechtem Wohnraum hat Folgen. Viele Familien weichen auf günstigere Wohnlagen am Stadtrand aus oder verlassen Berlin ganz in Richtung Brandenburg.
Die amtlichen Wanderungsstatistiken für 2024 zeigen diese Entwicklung deutlich. Im Austausch mit Berlin gewann Brandenburg bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren insgesamt 4.393 Personen hinzu.
Noch stärker fällt der Wanderungsgewinn bei den 30- bis unter 45-Jährigen aus. In dieser Altersgruppe, in der viele Menschen Familien gründen oder bereits Kinder haben, verzeichnete Brandenburg gegenüber Berlin ein Plus von 6.631 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Berlin wächst anders weiter
Bei jungen Erwachsenen zeigt sich dagegen ein anderes Bild. In der Altersgruppe der 18- bis unter 30-Jährigen verlor Brandenburg 612 Personen an Berlin.
Die Hauptstadt wächst insgesamt weiterhin. Dieses Wachstum wird jedoch vor allem durch Zuzug aus anderen Regionen und internationale Zuwanderung getragen. Bei Familien mit Kindern und Menschen im typischen Familienalter zeigt die Bewegung dagegen zunehmend ins Umland.
Die Analyse macht damit deutlich, dass die Berliner Wohnungspolitik vor allem vor der Aufgabe steht, mehr bezahlbaren und ausreichend großen Wohnraum für Familien zu schaffen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von immowelt/Veröffentlicht am 27.08.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.