In Bremen sind derzeit an vielen Eichen rot-weiße Warnbänder mit dem Hinweis auf den Eichenprozessionsspinner angebracht. Der Umweltbetrieb Bremen markiert damit befallene Bäume, damit sie gemeinsam mit Fachfirmen schneller erkannt und gezielt behandelt werden können. Die Umwelt- und Gesundheitsbehörden der Stadt informieren deshalb aktuell über die Lage und geben Hinweise zum richtigen Verhalten.
Die Situation hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschärft. Der Eichenprozessionsspinner hat sich in den vergangenen Jahren auch im Norden Deutschlands zunehmend ausgebreitet und ist inzwischen in ganz Bremen nachweisbar. Einzelne Schwerpunkte lassen sich kaum noch benennen, betroffen sind inzwischen alle Stadtteile. Schon jetzt, zu Beginn der Schlupfzeit, wurden mehr befallene Bäume festgestellt als im gesamten Vorjahr. Im Jahr 2025 registrierte der Umweltbetrieb Bremen rund 900 Sichtungen.
Als möglicher Grund für die Zunahme gilt unter anderem der Klimawandel. Ein warmes Frühjahr führt dazu, dass die Raupen früher schlüpfen und sich schneller entwickeln. Höhere Durchschnittstemperaturen verbessern außerdem die Überlebenschancen von Eiern und Larven. Gleichzeitig schwächen längere Trockenphasen die Eichen und machen sie anfälliger für einen Befall. Bei starkem Auftreten kann der Eichenprozessionsspinner zu Kahlfraß führen und die Bäume dadurch erheblich schwächen.
Besonders problematisch ist die gesundheitliche Gefahr, die von den Raupen ausgeht. Im Verlauf ihrer Entwicklung bilden sie feine Brennhaare mit einem Nesselgift. Diese Haare können bei Menschen starke Hautreizungen, Juckreiz, Quaddeln, Augenreizungen und in manchen Fällen auch Atembeschwerden auslösen. In seltenen Fällen sind sogar schwere allergische Reaktionen möglich. Besonders empfindlich reagieren Menschen mit Allergien, Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen sowie Kinder und ältere Personen. Da die Brennhaare mit dem Wind weitergetragen werden können, können Beschwerden auch ohne direkten Kontakt mit den Raupen entstehen.
Für die Beseitigung der Nester sind grundsätzlich die Eigentümerinnen und Eigentümer der jeweiligen Bäume verantwortlich. Der Umweltbetrieb Bremen kümmert sich um Straßenbäume, Bäume in städtischen Grünanlagen und, abhängig vom Gefährdungspotenzial, auch um Bäume an öffentlichen Einrichtungen. Die Entfernung übernehmen spezialisierte Fachfirmen. Da das aktuelle Aufkommen sehr hoch ist, sind diese Firmen dauerhaft im Einsatz. Vorrangig werden Bereiche behandelt, in denen sich besonders viele Menschen aufhalten, etwa Kitas, Schulen, Spielplätze und Parks.
Wer Raupen oder Nester entdeckt, sollte keinesfalls selbst versuchen, diese zu entfernen. Hinweise zu befallenen Bäumen im öffentlichen Raum nimmt der Umweltbetrieb Bremen per E-Mail entgegen. Auch das Gesundheitsamt Bremen ist für entsprechende Meldungen erreichbar. Für befallene Bäume auf privaten Grundstücken bleiben die jeweiligen Eigentümer zuständig. Eine gesetzliche Meldepflicht besteht nicht.
Zum Schutz empfehlen die zuständigen Behörden, sich vor allem im Juni und Juli nicht unter Eichen aufzuhalten, wenn dort Warnhinweise angebracht sind. Wer mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen sein könnte, sollte die Kleidung vorsichtig wechseln, duschen und die Kleidung möglichst heiß waschen. Außerdem wird geraten, betroffene Hautstellen nicht zu kratzen oder zu reiben, damit sich die Haare nicht weiter verteilen.
Der Name Eichenprozessionsspinner geht auf das typische Verhalten der Raupen zurück. Sie leben in Gruppen und bewegen sich bei der Nahrungssuche in langen Reihen hintereinander, ähnlich einer Prozession. Sie fressen vor allem die Blätter von Eichen. Auch junge Eichen aus anderen Regionen können zur weiteren Verbreitung beitragen. Daneben spielt das Verhalten der Falter eine Rolle: Sie orientieren sich bevorzugt an Lichtquellen wie Straßenlaternen, Flutlichtanlagen oder beleuchteten Fenstern. Da der Eichenprozessionsspinner Wärme liebt, legt er seine Eier bevorzugt an freistehenden, sonnigen Bäumen ab. Deshalb sind besonders häufig Eichen an Waldrändern, in Parks, an Sportplätzen, Schwimmbädern sowie auf Schul- und Kitageländen betroffen, während geschlossene Waldgebiete seltener befallen sind.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Hansestadt Bremen/Veröffentlicht am 12.06.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.