Wie nehmen die Einwohnerinnen und Einwohner Rostocks ihre Stadt wahr? Wie zufrieden sind sie mit Bildungsangeboten, Grünflächen, Sicherheit, Ordnung und dem Service der Verwaltung? Und welche Haltung haben sie zu Fragen der Gleichstellung? Aktuelle Ergebnisse einer umfassenden Befragung liefern Antworten auf diese Themen.
Zwischen Mai und Juni 2025 hat die Kommunale Statistikstelle des Hauptamtes der Hanse- und Universitätsstadt Rostock erneut eine kommunale Bürgerinnen- und Bürgerumfrage durchgeführt. Mehr als 3.000 Personen beteiligten sich an der Erhebung, die sich auf Lebensqualität, öffentliche Dienstleistungen und soziale Themen konzentrierte.
In vielen Bereichen fällt das Urteil positiv aus. Nahezu alle Teilnehmenden bewerten die Lebensqualität in Rostock als gut oder sehr gut. Ein großer Teil lebt gern in der Stadt und kann sich vorstellen, dauerhaft dort zu bleiben. Besonders gut schneiden die Kindertagesbetreuung, die medizinische Versorgung durch Krankenhäuser sowie Parks, Gärten und andere Grünanlagen ab. Rund zwei Drittel der Befragten zeigen sich mit der Bürgerfreundlichkeit der Stadtverwaltung zufrieden oder sehr zufrieden. Gleichzeitig wünschen sich viele mehr Informationen aus dem Rathaus, insbesondere zu Vorhaben der Stadt- und Bauplanung sowie zu Angeboten im Sport-, Freizeit-, Sozial- und Kulturbereich.
Deutlich kritischer fallen die Einschätzungen in anderen Punkten aus. Die Versorgung mit öffentlichen Toiletten wird von einer großen Mehrheit als unzureichend bewertet. Auch E-Scooter sorgen für Unmut, da sie häufig Wege für Fuß- und Radverkehr blockieren. Zudem empfindet etwa die Hälfte der Teilnehmenden die Barrierefreiheit auf Straßen, Wegen und Plätzen als mangelhaft.
Das subjektive Sicherheitsgefühl hat sich im Vergleich zu früheren Jahren verschlechtert. Während sich 2019 noch ein sehr großer Teil der Befragten sicher fühlte, ist dieser Anteil bis 2025 deutlich gesunken. Besonders hoch ist das Sicherheitsgefühl in der Stadtmitte und in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, während es in Groß Klein am niedrigsten ausfällt. Viele Befragte gaben an, bestimmte Bereiche der Stadt aus Unsicherheit zu meiden, vor allem die Wallanlagen sowie den Bereich Doberaner Platz und Am Brink.
Erstmals wurden im Rahmen der Befragung auch Einstellungen zur Gleichstellung und Gleichberechtigung erhoben. Die große Mehrheit hält die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter für eine zentrale Voraussetzung einer gerechten und demokratischen Gesellschaft. Ebenso verbreitet ist die Hoffnung, dass Kinder und Jugendliche sich künftig ohne einengende Geschlechterrollen entwickeln können. Besonders beim Thema gleiche Bezahlung wird jedoch weiterhin erheblicher Nachholbedarf gesehen. Die Ansicht, Gleichstellungspolitik habe ihre Ziele bereits erreicht, findet nur wenig Zustimmung. Auffällig sind teils deutliche Unterschiede in den Bewertungen zwischen männlichen und weiblichen Befragten. Zu diesem Themenfeld ist eine gesonderte Veröffentlichung angekündigt.
Der vollständige Bericht zur Kommunalen Bürgerinnen- und Bürgerbefragung 2025 inklusive eines detaillierten Tabellenteils ist online auf der Internetseite der Stadt Rostock abrufbar.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Hansestadt Rostock/Veröffentlicht am 04.12.2025