„EU Homelesseness Counts“: Rostock beteiligt sich an Studie

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Die Stadt Rostock beteiligt sich am europäischen Forschungsprojekt „EU Homelessness Counts“, das einen weiteren Schritt im Kampf gegen Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit darstellt. Dieses Projekt ist eine Pilotstudie, die von der Europäischen Kommission gefördert wird. Ziel ist es, innerhalb von zwei Jahren eine standardisierte Methodik zu entwickeln, um wohnungslose Menschen zu zählen und Informationen über sie zu sammeln. Die daraus gewonnenen Daten sollen erstmals zuverlässige und vergleichbare Zahlen zur Wohnungslosigkeit in verschiedenen europäischen Städten liefern. Diese Zahlen bilden die Grundlage für gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit. Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden. Neben Rostock nehmen auch die Städte Münster und Potsdam in Deutschland an der Studie teil.

Paul Lemke, Projektleiter des MOINS-Projekts („Menschen vor Obdachlosigkeit intelligent schützen“), erklärte, dass Wohnungslosigkeit mehr Menschen betrifft, als es allgemein bekannt ist. Er wies darauf hin, dass nicht nur diejenigen, die auf der Straße leben oder in Notunterkünften untergebracht sind, betroffen sind, sondern auch jene, die in informellen Wohnverhältnissen, wie etwa auf dem Sofa von Bekannten, leben.

Um den Umfang der Wohnungslosigkeit in Rostock zu erfassen, sollen im Oktober 2025 sowohl administrative Daten von Unterbringungsträgern genutzt als auch Fachkräfte aus Diensten und Einrichtungen für Wohnungslose sowie angrenzende Hilfesysteme eine einmalige Zählung und Befragung der Betroffenen durchführen. Dabei werden grundlegende Informationen wie Geschlecht, Alter, Nationalität und Haushalt erfasst. Anika Lesse, Leiterin des Amtes für Soziales und Teilhabe, betonte, dass die Problemlagen von Wohnungslosigkeit sehr individuell seien. Derzeit gebe es nur Schätzwerte, aber keine verlässlichen Zahlen zu den tatsächlichen Ursachen und dem Umfang der Wohnungslosigkeit in Rostock.

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Ein weiterer Bestandteil des MOINS-Projekts ist die Entwicklung eines digitalen Hilfeplans, mit dem Fallverläufe analysiert und Unterstützungsangebote besser an die Bedürfnisse der Betroffenen angepasst werden können. Anika Lesse erklärte, dass mehr Informationen und die bessere Nutzung vorhandener Daten dazu beitragen würden, schneller und gezielter passgenaue Hilfsangebote zu entwickeln. Das Projekt „EU Homelessness Counts“ unterstütze die Datenerhebung und schaffe die Basis für eine fundierte Analyse. Paul Lemke ergänzte, dass die Studie nicht nur Rostock, sondern auch anderen europäischen Städten zugutekommen würde, da die europaweit gesammelten Daten eine Vergleichbarkeit ermöglichen und so lokale Regierungen von erfolgreichen Strategien anderer Länder lernen könnten.

Laut aktuellen Schätzungen leben in Rostock etwa 60 bis 80 obdachlose und rund 300 wohnungslose Menschen. Im Jahr 2023 erhielten 597 Personen Unterstützung durch die Wohnungslosennotfallhilfe. Die Studie „EU Homelessness Counts“ soll zeigen, ob diese Zahlen tatsächlich korrekt sind.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Hansestadt Rostock Lübeck/ Veröffentlicht am 23.04.2025

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