Der Hessische Rundfunk lässt im Vorfeld seines 80. Gründungsjubiläums seine Entstehungsgeschichte wissenschaftlich untersuchen. Mit der Aufarbeitung wurde das Leibniz-Institut für Medienforschung, das Hans-Bredow-Institut, beauftragt. In den kommenden zwei Jahren soll die Gründung des hr im historischen Kontext erforscht werden. Die Leitung des Projekts übernimmt der Medienhistoriker Dr. Hans-Ulrich Wagner.
Der Hessische Rundfunk wurde am 28. Januar 1949 als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt lizenziert und trat die Nachfolge von Radio Frankfurt an, das zuvor in der amerikanischen Besatzungszone gesendet hatte. Die Studie soll unter anderem die politischen Rahmenbedingungen der frühen Bundesrepublik, die Vorgeschichte des Rundfunks im Nationalsozialismus und mögliche personelle oder strukturelle Kontinuitäten zum NS-Rundfunk untersuchen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Umgang des hr mit Nationalsozialismus und Holocaust in seinen frühen Programmen. Außerdem soll betrachtet werden, wie sich die neue Rundfunkanstalt in Hessen und in der jungen Bundesrepublik gesellschaftlich und politisch positionierte. Der Untersuchungszeitraum reicht bis 1962, also bis zum Ende der ersten Amtszeit des Gründungsintendanten Eberhard Beckmann.
Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung des Unternehmens, sondern auch um die damals handelnden Personen. Thematisiert werden sollen etwa der Umgang einzelner Akteure mit ihrer NS-Vergangenheit sowie Fragen zu Eigentumsübergängen aus dem Bestand der aufgelösten Reichsrundfunkgesellschaft.
hr-Intendant Florian Hager erklärte auf der Öffentlichen Hauptversammlung des Senders, man wolle zum 80. Jubiläum bewusst und ohne Beschönigung auf die eigene Geschichte blicken. Die unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung solle helfen zu verstehen, woher der hr komme, und daraus Orientierung für die Zukunft zu gewinnen. Transparenz sei eine wichtige Grundlage für Glaubwürdigkeit und Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Der Hessische Rundfunk will das Forschungsvorhaben umfassend unterstützen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten Zugang zu Archiven des hr und seiner Gremien. Diese Bestände sollen durch Recherchen in externen Archiven, etwa im Bundesarchiv sowie in Archiven von Parteien und Stiftungen, ergänzt werden. Auch die Projektkosten trägt der hr.
Unterstützt wird das Vorhaben zudem vom Rundfunkrat. Dessen Vorsitzende Miriam Dangel betonte, der kritische Blick der Allgemeinheit auf den Hessischen Rundfunk dürfe nicht vor der eigenen Geschichte Halt machen. Dass die Gründungsjahre unabhängig und ergebnisoffen erforscht würden und dafür auch Unterlagen der Gremien geöffnet werden, sei Ausdruck eines demokratischen und selbstkritischen Selbstverständnisses.
Die Ergebnisse der Forschungsarbeit sollen nach Abschluss veröffentlicht und Anfang 2029 in einer Verlagspublikation zum 80-jährigen Bestehen des Hessischen Rundfunks aufbereitet werden.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von HR Hessischer Rundfunk/Veröffentlicht am 26.06.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.