Kostenfreier Start ins Schwimmen für Hamburgs Erstklässler

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Das Landessportamt und Bäderland Hamburg ermöglichen allen Erstklässlerinnen und Erstklässlern kostenlose Schwimmbadbesuche. Ziel ist es, Kinder frühzeitig an Bewegung im Wasser heranzuführen und Familien dabei zu unterstützen, Schwimmen als selbstverständlichen Teil des Alltags zu erleben.

Sportliche Aktivität gilt als zentrale Grundlage für eine gesunde körperliche, geistige und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Vor diesem Hintergrund verfolgt Hamburg mit der Active-City-Strategie das Ziel, mehr junge Menschen dauerhaft in Bewegung zu bringen. Das starke Wachstum der Kinder- und Jugendzahlen in den Sportvereinen der vergangenen Jahre zeigt, dass dieser Ansatz Wirkung entfaltet. Mit der Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele verstärkt die Stadt diesen Kurs weiter. Ein wesentlicher Bestandteil der Konzeption ist die Ausweitung der Bewegungsangebote für Kinder, unter anderem durch eine verlässliche Sportzeit von fünf Stunden pro Woche im schulischen Kontext.

Langfristig soll in Hamburg eine Generation junger Menschen heranwachsen, die Sport begeistert annimmt und regelmäßig ausübt. Ein zentraler Baustein auf diesem Weg ist die frühe Förderung der Schwimmfähigkeit. Nach der Corona-Pandemie besteht hier bundesweit ein deutlicher Aufholbedarf. Auch der Hamburger Bewegungsbericht macht deutlich, dass die Schwimmkompetenzen von Kindern je nach Stadtteil stark variieren. Insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Quartieren starten häufig mit geringeren Vorerfahrungen in den Schwimmunterricht.

Im Schuljahr 2024/25 erreichten über 84 Prozent der Viertklässlerinnen und Viertklässler mindestens das Seepferdchen-Abzeichen, rund drei Viertel sogar das Bronze-Abzeichen. Bezogen auf den gesamten Jahrgang entspricht dies gut 62 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich, dass weiterhin mehr als die Hälfte der Kinder zu Beginn des Schulschwimmens noch nicht schwimmen kann. Diese Situation soll gezielt verbessert werden.

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Bereits in den Jahren 2022 und 2023 setzte Hamburg mit der Schwimmlern-Offensive ein starkes Zeichen. Rund 15.000 Kinder nahmen an geförderten Schwimmkursen teil. Daran knüpft nun die neue Initiative an.

Mit der Aktion Ab ins Wasser erweitern das Landessportamt und Bäderland Hamburg ihr Engagement. Der Fokus liegt darauf, Kindern früh positive Erfahrungen im Schwimmbad zu ermöglichen. Wenn das Wasser als vertrauter und angenehmer Ort erlebt wird, fällt das spätere sichere Schwimmenlernen im schulischen Rahmen deutlich leichter.

Alle Kinder der Jahrgangsstufe 1, die im Sommer 2025 eingeschult wurden, erhalten einen Eintrittsgutschein von Bäderland Hamburg. Dieser berechtigt innerhalb eines dreimonatigen Aktionszeitraums zu drei kostenlosen Schwimmbadbesuchen gemeinsam mit einem Elternteil. Insgesamt werden rund 19.000 Gutscheine ausgegeben, finanziert durch die Behörde für Inneres und Sport beziehungsweise das Landessportamt.

Ergänzend erhalten die Familien sogenannte Aquabags. Diese enthalten spielerische Materialien zur Wassergewöhnung sowie mehrsprachige Informationen und Hinweise auf Lernvideos. An ausgewählten Aktionstagen, unter anderem in den Frühjahrsferien, unterstützen erfahrene Schulschwimmlehrkräfte die Familien vor Ort und geben praktische Hilfestellung für kindgerechte Übungen im Wasser. Zusätzlich ist für den 15. Mai 2026 ein stadtweiter Aktionstag in allen Bäderland-Bädern geplant. Insgesamt investiert die Stadt rund 800.000 Euro in dieses Programm.

Der Sportsenator hebt hervor, dass Schwimmen in Hamburg als grundlegende Fähigkeit verstanden werde, vergleichbar mit dem Erlernen von Laufen oder Sprechen. Mit der Gutscheinaktion solle der Einstieg ins Wasser erleichtert und möglichst jedes Kind in der Stadt erreicht werden.

Auch aus dem Senat wird betont, dass die Initiative die bisherigen Fortschritte beim Schwimmenlernen weiter ausbauen soll. Sie passe sowohl zur Active-City-Ausrichtung Hamburgs als auch zur Rolle der Stadt als Bewerberin für Olympische und Paralympische Spiele.

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Seitens Bäderland Hamburg wird unterstrichen, dass Wasser für Kinder frühzeitig zu einem vertrauten Element werden müsse. Die Aktion setze bewusst in jungen Jahren an, stärke Sicherheit und Selbstvertrauen und binde zugleich die Eltern aktiv ein.

Fachlich wird das Programm ausdrücklich begrüßt. Vertreter des Deutschen Schwimmverbandes verweisen darauf, dass unsichere Schwimmfähigkeiten bei Grundschulkindern ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Thema seien. Das entschlossene und wissenschaftlich fundierte Vorgehen Hamburgs sende ein wichtiges Signal über die Stadtgrenzen hinaus.

Auch aus der Wissenschaft wird betont, dass Schwimmenlernen lange vor dem ersten formalen Unterricht beginne. Frühe Wassergewöhnung helfe, Ängste abzubauen, erhöhe die Sicherheit und fördere einen aktiven Lebensstil. Vielfältige und positive Erfahrungen im Wasser gelten dabei als entscheidende Grundlage für eine nachhaltige Schwimmkompetenz.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Hamburg/Veröffentlicht am 16.12.2025

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