Nachhaltige Mode: Neuer Kreativstandort in Hamburg

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Mit der VILLA E362 entsteht an der Elbchaussee 362 ein neuer Standort für nachhaltige Mode in Hamburg. Die Hamburg Kreativ Gesellschaft entwickelt hier einen Ort, der langfristig Raum für konzeptionelle Modeentwicklung, Designforschung, Residenzprogramme sowie fachlichen Austausch bieten soll.

Die denkmalgeschützte Gründerzeitvilla wurde von Ann Kathrin Scheerer für eine Nutzung durch die Kreativwirtschaft zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, die nachhaltige Modebranche in Hamburg strukturell zu stärken und international sichtbarer zu machen. Erste Zwischennutzungen haben bereits begonnen, während die inhaltliche Ausrichtung ab Sommer 2026 schrittweise aufgebaut wird.

Der Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, ordnet das Projekt als wichtiges Signal für die Kreativszene ein. Aus seiner Sicht eröffnet die Nutzung einer Villa an der Elbchaussee neue Möglichkeiten für gemeinsames Arbeiten im Bereich nachhaltiger Mode. Er betont, dass zentrale Entscheidungen für Nachhaltigkeit bereits in der Entwurfsphase getroffen werden und sieht in dem Projekt einen Beitrag dazu, Hamburg als Standort zu positionieren, der wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit ökologischer Verantwortung verbindet. Gleichzeitig würdigt er das Engagement von Ann Kathrin Scheerer.

Auch Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft, hebt hervor, dass die Modebranche ein Feld ist, in dem nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften eine zentrale Rolle spielt. Hamburg verfüge als Handelsstandort über das Potenzial, entsprechende Veränderungen aktiv zu gestalten. Die VILLA E362 soll seiner Einschätzung nach ein Ort sein, an dem unterschiedliche Kompetenzen zusammengeführt werden, um diesen Transformationsprozess voranzutreiben. Zudem richtet er einen Aufruf an relevante Akteurinnen und Akteure, sich aktiv einzubringen.

Die dreigeschossige Villa bietet auf mehreren Ebenen flexibel nutzbare Räume, die als Ateliers, Büros oder Workshopflächen dienen können. Ergänzt wird das Angebot durch Wohnmöglichkeiten für Residenzprogramme sowie gemeinschaftlich nutzbare Bereiche, etwa für Veranstaltungen, Austauschformate oder Präsentationen.

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Im Rahmen erster Zwischennutzungen wird der Standort bereits praktisch erprobt. Zum Auftakt nutzen unter anderem das Hamburger Modelabel NYNOLIA sowie das PHŒNiX Festival des einhornkollektivs die Räumlichkeiten, um deren Potenzial in unterschiedlichen Projekten zu testen.

Ab Sommer 2026 liegt der Schwerpunkt auf der inhaltlichen Weiterentwicklung nachhaltiger Mode, insbesondere auf der frühen Phase der Wertschöpfungskette. Entscheidungen zu Materialien, Gestaltung, Produktionsprozessen und Geschäftsmodellen werden hier getroffen und haben maßgeblichen Einfluss auf Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Marktpositionierung.

Im Fokus stehen Themen wie innovative Materialien, kreislauffähige Design- und Produktionsstrategien, Fragen der Liefer- und Wertschöpfungsketten sowie digitale Methoden der Gestaltung und Visualisierung. Interdisziplinäre Ansätze, die Design, Handwerk, Technologie und Forschung verbinden, sollen neue Perspektiven eröffnen.

Die Nutzung der Räume ist bewusst zeitlich begrenzt und kuratiert, etwa im Rahmen von Projekten, Residenzen oder Stipendien. Dadurch sollen kontinuierlich neue Impulse und Perspektiven ermöglicht werden.

Ein international besetzter Beirat wird die inhaltliche Ausrichtung begleiten, kuratorische Impulse setzen und Qualitätsstandards definieren. Zudem soll er die Vernetzung mit Hochschulen, Unternehmen und Modenetzwerken in Deutschland und Europa stärken. Kooperationen mit Verbänden, Forschungseinrichtungen und internationalen Partnern sind ebenfalls geplant.

Das Angebot richtet sich an Designerinnen und Designer, Labels, Materialforschende, digitale Entwicklerinnen und Entwickler sowie interdisziplinär arbeitende Kreative. Ergänzende Mentoring- und Qualifizierungsangebote sollen die Professionalisierung und Marktfähigkeit der Projekte unterstützen.

Die Modewirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. In Deutschland trägt sie jährlich rund 28 Milliarden Euro zur Bruttowertschöpfung bei und sichert über 600.000 Arbeitsplätze. Gleichzeitig steht die Branche vor tiefgreifenden Veränderungen, etwa durch globale Lieferketten, neue regulatorische Anforderungen auf EU-Ebene und veränderte Konsumgewohnheiten. Studien zeigen, dass wesentliche Weichen für Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit bereits in der Designphase gestellt werden. Vor diesem Hintergrund setzt Hamburg gezielt auf die Stärkung konzeptioneller Kompetenzen.

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Die VILLA E362 ist Teil einer übergeordneten Strategie zur Förderung nachhaltiger Mode in Hamburg. Bestehende Programme und Infrastrukturen sollen ergänzt und stärker miteinander vernetzt werden. Dabei baut die Hamburg Kreativ Gesellschaft auch auf Erfahrungen aus dem FABRIC – Future Fashion Lab auf, das seit zwei Jahren als urbaner Produktions- und Community-Ort nachhaltige Materialien und neue Produktionsformen erprobt.

Gemeinsam bilden beide Standorte eine ergänzende Struktur, die den gesamten Innovationsprozess der Mode abdeckt – von der Idee über die Entwicklung bis hin zur Marktreife. Damit positioniert sich Hamburg als Standort, der nachhaltige Mode ganzheitlich denkt und sowohl regional verankert als auch international ausgerichtet ist.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Hamburg/Veröffentlicht am 05.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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