Naturflächen im Gewerbegebiet Stellingen neu gedacht

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Zwischen Lagerhallen, Parkplätzen und Bürogebäuden können überraschend vielfältige Lebensräume entstehen – mit Vorteilen für Klima, Natur und die Menschen vor Ort. Ein aktuelles Biodiversitätsprojekt auf dem Gelände der Firma Die Elbtischler in Hamburg-Stellingen zeigt, wie solche Flächen ökologisch aufgewertet werden können. Gemeinsam mit den Projektpartnern und unterstützt durch die Loki Schmidt Stiftung wurde der Startschuss gegeben. Auch eine Rebe der Sorte Katharina wurde symbolisch gesetzt. Solche Vorhaben können Unternehmen über ein KfW-Förderprogramm begleiten lassen, das günstige Kredite oder Zuschüsse ermöglicht.

Die Elbtischler gestalten rund 220 Quadratmeter ihres Grundstücks am Jacobsenweg 10 nach einem Konzept der Loki Schmidt Stiftung neu. Geplant sind Entsiegelungen und die Pflanzung von rund 200 heimischen Arten – von Wildrosen und Weißdorn bis zu Wildblumen, Frühblühern und Stauden wie dem Großen Wiesenknopf. Bereits vorhandene wertvolle Pflanzenbestände bleiben bestehen und werden in das neue Konzept eingebunden. Auch der Pausenbereich der Beschäftigten wird naturnah umgestaltet.

Das Projekt Kooperation NATUR der Loki Schmidt Stiftung unterstützt Firmen dabei, Außenflächen – inklusive Parkplätze, Fassaden und Dächer – ökologisch wertvoll zu entwickeln und fachgerecht zu pflegen. Ein Team der Hamburger Sparkasse (Haspa) hilft zusätzlich bei der Pflanzung und bringt neben Tatkraft auch eine Baumspende ein.

Die zuständige Senatorin machte deutlich, dass Biodiversität zu den zentralen Zukunftsthemen gehöre. Sie verwies darauf, dass der Verlust von Arten nicht nur Tiere und Pflanzen betreffe, sondern auch Folgen für Menschen habe, da sauberes Wasser, gute Luft, Ernährung und Klima von stabilen Ökosystemen abhingen. Das Projekt in Stellingen zeige beispielhaft, dass selbst in Gewerbegebieten funktionierende Naturflächen entstehen könnten. Zudem betonte sie ihre Freude darüber, dass verschiedene UmweltPartner der Stadt hier gemeinsam aktiv seien.

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Auch aus Unternehmenssicht wird das Projekt positiv bewertet. Die Geschäftsführung hob hervor, dass das Team viele der Pflanzen eigenständig und teilweise ehrenamtlich einsetzen werde, was den Zusammenhalt stärke. Bereits im kommenden Sommer sollen erste eigene Beeren und Obstsorten geerntet werden können. Zusätzlich trage die Begrünung zur Kühlung der Flächen bei und erhöhe damit das Wohlbefinden. Dank galt neben allen Beteiligten auch der Vermieterin, die die Umgestaltung finanziell unterstützt und die Pflege der Außenbereiche weiterhin übernimmt.

Die Loki Schmidt Stiftung betonte, dass der nun umgesetzte Entwurf wertvolle Lebensräume für heimische Arten schaffe. Neben Gehölzen und Stauden spielten auch Strukturelemente wie Steine und Totholz eine Rolle, da sie Insekten, Amphibien und anderen Kleintieren Rückzugsorte böten. Die eingesetzten Wildpflanzen seien bewusst heimische Arten, die zur biologischen Vielfalt beitrügen. Zudem hoffe man, dass weitere Unternehmen diesem Beispiel folgten, um ein Netzwerk von Biotopen zu schaffen, das wandernden Tierarten zugutekommt.

Auch die Haspa erläuterte, dass ihr Engagement besonders Projekte vor Ort unterstütze – sowohl finanziell und beratend als auch durch konkrete Mitarbeit bei der Pflanzung.

Von Seiten der BUKEA wurde darauf hingewiesen, dass das entsprechende KfW-Programm spezielle Konditionen für Unternehmen biete, darunter Tilgungszuschüsse von 40 bis 60 Prozent je nach Betriebsgröße. Damit müssten Firmen nur etwa die Hälfte des Kredits zurückzahlen. Gefördert würden neben Biotopen auch Dach- und Fassadenbegrünungen sowie Entsiegelungsmaßnahmen, inklusive Planung und Gutachten.

Für die Finanzierung nutzt Die Elbtischler Mittel aus dem KfW-Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz, die über die Haspa bereitgestellt werden.

Die UmweltPartnerschaft Hamburg bildet den Rahmen für dieses Engagement. In diesem Bündnis zwischen Stadt und Wirtschaft erbringen derzeit über 1.750 Unternehmen freiwillige Leistungen für Klima- und Umweltschutz und erhalten im Gegenzug ein städtisches Logo sowie exklusive Informationen und Netzwerkangebote.

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Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Hansestadt Hamburg/Veröffentlicht am 07.11.2025

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