Stuttgart bekommt Zentrum für Film und Medien

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Der Gemeinderat hat grünes Licht für das Stuttgart Moving Image Center gegeben. Mit dem Beschluss vom 29. Januar 2026 beginnt die Umsetzung eines Projekts, das bundesweit neue Maßstäbe für Film- und Medienkultur setzen soll. Ab März 2026 ist der Start der Hochbauarbeiten vorgesehen, nachdem die Baugrube bereits weitgehend fertiggestellt wurde. Die Fertigstellung ist nach aktueller Planung für das Frühjahr 2029 angesetzt.

Mit dem SMIC entsteht in Stuttgart eine neuartige Kultur- und Bildungseinrichtung, die bewegte Bilder und digitale Medien ins Zentrum rückt. Das Haus versteht sich als offener Ort für Ausstellung, Vermittlung und kreative Produktion. Geplant sind unter anderem Kinosäle, Studios, Labore, Lern- und Experimentierräume sowie öffentlich zugängliche Aufenthaltsbereiche. Ziel ist es, einen flexiblen Raum zu schaffen, der Film, Diskurs und Innovation miteinander verbindet.

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper machte deutlich, dass nach sorgfältiger Abwägung davon ausgegangen werde, das Projekt nicht mehr aufzuhalten. Die Verwaltung habe dem Gemeinderat empfohlen, den Bau zu beschließen, allerdings unter klaren Bedingungen: Die laufenden Betriebskosten müssten insbesondere durch eine Kooperation mit dem Land Baden-Württemberg deutlich reduziert werden. Zudem seien sämtliche Einsparpotenziale bei den Baukosten konsequent auszuschöpfen.

Auch Kulturbürgermeister Dr. Fabian Mayer unterstrich die kulturpolitische Bedeutung des Vorhabens. Aus seiner Sicht schließt das SMIC eine Lücke innerhalb der deutschen Kulturlandschaft. Es solle ein offenes und einladendes Haus werden, in dem sich die Stadtgesellschaft kritisch und kreativ mit Medien auseinandersetzen könne. Darüber hinaus werde es die Kreativwirtschaft sichtbar bündeln und einen wichtigen Beitrag zu einem erweiterten Kulturverständnis leisten, das Bildung und gesellschaftliche Teilhabe neu definiert.

Architektur, Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit

Innerhalb der bestehenden Stuttgarter Kulturlandschaft übernimmt das SMIC eine eigenständige Rolle. Es ergänzt die vorhandene Infrastruktur um einen Standort, der Medienkompetenz, kulturelle Innovation und Kreativwirtschaft stärkt. Zugleich festigt das Projekt die Position der Region als Film- und Medienstandort, die unter anderem durch Einrichtungen wie die Filmakademie Baden-Württemberg, die Hochschule der Medien sowie das Internationale Trickfilmfestival Stuttgart geprägt wird.

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Architektonisch setzt der Neubau markante Akzente. Der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Delugan Meissl Associated Architects aus Wien und Wenzel + Wenzel aus Karlsruhe sieht ein transparentes, offenes Gebäude vor, das seine unterschiedlichen Nutzungen sichtbar miteinander verzahnt. Die szenografische Gestaltung durch das Atelier Brückner aus Stuttgart ist integraler Bestandteil des Konzepts. Charakteristisch sind eine Medienfassade, die das Gebäude selbst als Kommunikationsfläche nutzbar macht, sowie ein innovatives Tragwerk, das dem Baukörper eine schwebende Wirkung verleiht. Als Baustellenprojekt im Rahmen der Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart wird das Gebäude bereits während der Bauphase Einblicke in zeitgemäße Kulturbaukonzepte geben.

Städtebaulich entsteht das SMIC an prominenter Stelle in der Innenstadt, zwischen der Leonhardskirche Stuttgart und einem Mobilitäts-Hub des Breuninger. Damit soll ein verbindendes Element geschaffen werden, das die Leonhardsvorstadt aufwertet, die Kulturmeile verlängert und entlang der B14 zur Verbesserung des Stadtbilds beiträgt. Öffentliche Nutzungen und Gastronomie sollen zusätzliche Aufenthaltsqualität schaffen.

Auch ökologische Aspekte spielen eine zentrale Rolle. Rund ein Viertel der Gebäudehülle wird begrünt, Photovoltaikanlagen sind in Dach und Fassade integriert. Das energetische Konzept bleibt deutlich unter den gesetzlichen Mindestanforderungen.

Finanziell sind bislang Aufträge im Umfang von etwa 15 Millionen Euro vergeben worden, wovon rund zehn Millionen Euro bereits abgeflossen sind. Die Gesamtkosten werden derzeit mit rund 115 Millionen Euro brutto kalkuliert. Darin enthalten sind neben den Baukosten auch Risikoreserven und Prognosen zu möglichen Preissteigerungen. Eine erste Vergabetranche konnte etwa acht Millionen Euro günstiger als ursprünglich erwartet abgeschlossen werden.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Stuttgart/Veröffentlicht am 28.01.2026

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