Nach mehreren Malariafällen am Frankfurter Flughafen weist das Gesundheitsamt Stuttgart auf die Bedeutung konsequenten Mückenschutzes hin. Sechs Mitarbeitende des Flughafens hatten sich mit Malaria infiziert, zwei von ihnen starben.
Vor dem Hintergrund der Reisewelle in den baden-württembergischen Sommerferien erklärt Dr. Simon Friz von der Abteilung Infektionsschutz und Umwelthygiene, wie solche Infektionen entstehen können und welche Rolle verschiedene Mückenarten dabei spielen.
Flughafen-Malaria ist selten, aber möglich
Bei sogenannter Flughafen-Malaria handelt es sich laut Friz um eine reguläre Malaria-Infektion. In den aktuellen Fällen ging es um Malaria tropica, eine besonders schwere Form der Krankheit.
Ungewöhnlich ist dabei nicht die Erkrankung selbst, sondern der Ort der Übertragung. Die Infektion erfolgte nicht in den Tropen, sondern in Deutschland. Möglich wird dies, wenn Mücken aus tropischen Regionen als blinde Passagiere in Flugzeugen mitreisen und am Zielort Menschen stechen.
Solche Fälle seien extrem selten. Damit es zu einer Übertragung kommt, müssen mehrere Faktoren zusammenkommen. Eine Mücke muss den Erreger zunächst bei einem infizierten Menschen aufnehmen und kann ihn später bei einem weiteren Stich weitergeben.
Unterschiedliche Mücken übertragen unterschiedliche Krankheiten
Nicht jede Mücke überträgt jede Krankheit. Für Malaria sind vor allem Anophelesmücken relevant. Die Asiatische Tigermücke kann dagegen andere tropische Infektionskrankheiten wie Chikungunya, Dengue oder Zika übertragen.
Nach Angaben des Gesundheitsamts gibt es Anophelesmücken auch in Deutschland. Gleichzeitig breitet sich die Asiatische Tigermücke im Süden Deutschlands und auch in Teilen Stuttgarts weiter aus.
Das Risiko, sich hierzulande durch einen Mückenstich mit einer tropischen Krankheit anzustecken, ist derzeit noch gering. Mit der weiteren Ausbreitung invasiver Mückenarten kann es jedoch steigen.
Infektionen können auf mehreren Wegen entstehen
Die häufigste Ursache bleibt eine Infektion während einer Reise in ein Endemiegebiet. Dort zirkulieren die Erreger dauerhaft in der Bevölkerung. Geeignete Überträgermücken haben deshalb eine höhere Wahrscheinlichkeit, infizierte Menschen zu stechen und den Erreger weiterzugeben.
Eine zweite Möglichkeit ist der Transport infizierter Mücken über Flugzeug, Auto oder Schiff. Obwohl Mücken selbst nur kurze Strecken fliegen, können sie auf diese Weise große Distanzen überwinden.
Eine dritte Variante betrifft Mücken, die bereits in Deutschland geschlüpft sind. Wenn sie einen infizierten Reiserückkehrer stechen, können sie Erreger aufnehmen und später an andere Menschen weitergeben. Das kann auch fernab von Flughäfen oder Bahnhöfen geschehen.
Mückenschutz in drei Phasen wichtig
Das Gesundheitsamt empfiehlt wirksamen Mückenschutz mit Sprays auf Basis von DEET oder Icaridin, lockerer, langer und heller Kleidung sowie Mückennetzen an Fenstern und Türen.
Besonders wichtig sei, den Schutz nicht nur am Urlaubsort ernst zu nehmen. Reisende sollten sich auch während der Rückreise in Flugzeug, Auto oder Schiff schützen.
Darüber hinaus rät das Gesundheitsamt, den Mückenschutz nach der Heimkehr noch etwa drei Wochen fortzusetzen. Der Grund: Einige durch die Asiatische Tigermücke übertragene Krankheiten verlaufen symptomlos oder nur mit leichten Beschwerden. Wer sich unterwegs infiziert hat, kann daher unbemerkt zurückkehren und indirekt zur Weiterverbreitung beitragen, wenn heimische Mücken die Erreger aufnehmen.
Ausbreitung der Tigermücke eindämmen
Neben dem individuellen Schutz sieht das Gesundheitsamt die Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke als wichtige Gemeinschaftsaufgabe. Entscheidend ist, mögliche Brutstätten auf Balkonen, Terrassen und in Gärten zu reduzieren.
Besonders wichtig sind regelmäßige Kontrollen stehender Wasseransammlungen. Gefäße, in denen sich Wasser sammeln kann, sollten entfernt oder unter einem Dach gelagert werden. Vogel- und Igeltränken sollten mindestens einmal pro Woche vollständig geleert, gereinigt und neu befüllt werden.
Regentonnen müssen lückenlos verschlossen sein, entweder mit einem passenden Deckel oder mit einem engmaschigen Moskitonetz.
Auch kleine Wasserstellen beachten
Häufig werden kleine Wasseransammlungen übersehen. Dazu gehören Gießkannen, Blumentopfuntersetzer, Eimer, Schubkarren, Planen, Kinderspielzeug, verstopfte Regenabläufe, Zisternen und Gullys.
Auch scheinbar trockene oder umgedrehte Gefäße können problematisch sein, wenn sich in kleinen Vertiefungen Wasser sammelt. Die Asiatische Tigermücke legt ihre Eier am Rand von Gefäßen oberhalb der Wasseroberfläche ab. Diese Eier können Trockenheit überstehen und später schlüpfen, wenn sie durch Regen oder steigenden Wasserstand geflutet werden.
Wo Brutstätten nicht vermieden werden können, kann nach Angaben des Gesundheitsamts zusätzlich der biologische Wirkstoff Bti eingesetzt werden. Ausgenommen sind Gartenteiche, Bäche und andere naturnahe, belebte Gewässer.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Stuttgart/Veröffentlicht am 28.08.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.