Mit der Initiative „Stuttgart repariert“ will die Landeshauptstadt das Reparieren im Alltag sichtbarer und einfacher machen. Auf einer zentralen Internetseite bündelt die Stadt Informationen zu Reparaturangeboten, gibt Tipps zur Selbstreparatur und zeigt, welche Vorteile es hat, defekte Gegenstände nicht sofort zu ersetzen.
Ein wichtiger Bestandteil des Angebots ist eine digitale Reparaturkarte. Zusätzlich ist ein mobiles „Repair Info Hub“ in der Stadt unterwegs. Die Initiative passt auch zur aktuellen politischen Entwicklung: Der Bundestag hat am 25. Juni ein Gesetz beschlossen, mit dem Verbraucherinnen und Verbrauchern künftig ein Recht auf Reparatur gesichert werden soll.
Reparieren spart Geld, Ressourcen und CO₂
Florian Sorg, Koordinator Kreislaufwirtschaft der Stadt Stuttgart, erklärte, die Stadt wolle die Reparaturkultur stärken und passende Angebote dafür schaffen. Reparieren könne nicht nur Geld sparen, sondern auch Klima und Ressourcen schonen. Zudem könne es ein gutes Gefühl auslösen, wenn ein Gegenstand nach einer Reparatur wieder funktioniere.
Der ökologische Nutzen lässt sich auch beziffern. Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts spart eine Reparatur im Durchschnitt rund 98 Kilogramm CO₂-Äquivalente ein. Das entspricht etwa der Menge CO₂, die acht Bäume innerhalb eines Jahres aufnehmen können.
Digitale Karte zeigt Reparaturangebote in Stuttgart
Die Internetseite zur Initiative bietet eine Übersicht über mehr als 25 Repair-Cafés, Werkstätten und Reparaturbetriebe in Stuttgart. Über die digitale Reparaturkarte können Bürgerinnen und Bürger passende Anlaufstellen finden, etwa für Smartphones, Fahrräder, Elektrogeräte oder andere Alltagsgegenstände.
Ergänzend stellt die Seite eine Mediathek bereit. Dort finden Interessierte praktische Anleitungen und Tipps zur Selbstreparatur sowie Empfehlungen für Podcasts, Videos und Bücher rund um das Thema Reparieren.
Mobiles Repair Info Hub kommt zu Veranstaltungen
Das mobile „Repair Info Hub“ bringt das Thema Reparatur direkt zu den Menschen. Es besteht selbst aus geretteten Gegenständen und Holzbrettern und soll zeigen, wie Wiederverwendung praktisch aussehen kann.
Im Sommer ist das Info- und Interaktionsmobil auf Flohmärkten und bei Veranstaltungen im Einsatz, darunter auch beim Lichterfestival. Ein Repair-Quiz mit Preisen soll Besucherinnen und Besucher zum Mitmachen motivieren.
Ab Herbst können Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Organisationen und Kirchengemeinden das Repair Info Hub kostenlos ausleihen. Für den einfachen Transport gehört ein E-Bike zum Angebot.
Hinweise auf Wertstoffhöfen sollen zum Reparieren anregen
Auch auf den fünf städtischen Wertstoffhöfen macht Stuttgart auf das Thema aufmerksam. Dort weisen Schilder und Bauzaunbanner darauf hin, dass etwa jedes zweite Elektrogerät noch repariert werden könnte.
Hintergrund ist die große Menge an Elektroschrott: Die Abfallwirtschaft Stuttgart sammelt jährlich rund 2.000 Tonnen davon ein. Die Stadt will deshalb dafür sensibilisieren, defekten Geräten häufiger eine zweite Chance zu geben.
Die Kampagne ist Teil der Kreislaufwirtschaftsstrategie der Landeshauptstadt. Diese umfasst insgesamt 25 Maßnahmen, mit denen Abfälle vermieden, Stoffkreisläufe geschlossen und das Ziel der Klimaneutralität unterstützt werden sollen.
Florian Sorg verwies darauf, dass im Bereich Reparatur weitere Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Sharing-Angebote wie eine Bibliothek der Dinge, Nachbarschaftsreparaturem Sharing-Angebote wie eine Bibliothek der Dinge, Nachbarschaftsreparaturzentren und Vernetzungstreffen.
Recht auf Reparatur wird in Deutschland umgesetzt
Das von der Europäischen Union im Jahr 2024 beschlossene Recht auf Reparatur soll Produkte langlebiger und reparaturfreundlicher machen. Ziel ist es, weniger Gegenstände wegzuwerfen und Reparaturen für Verbraucherinnen und Verbraucher einfacher zugänglich zu machen.
Hersteller müssen künftig für bestimmte Produkte wie Smartphones oder Waschmaschinen Reparaturen zu angemessenen Preisen anbieten. Außerdem sollen Ersatzteile länger verfügbar sein.
Die Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht ist zum 31. Juli 2026 vorgesehen.
Termine des Repair Info Hub 2026
Das Repair Info Hub ist 2026 an mehreren Orten in Stuttgart zu sehen. Am 11. Juli ist es beim Lichterfestival der Stadtwerke Stuttgart im Höhenpark Killesberg im Einsatz. Vom 13. bis 31. Juli wird es im Foyer des Rathauses installiert.
Weitere Termine sind der Benefizflohmarkt zugunsten der Kinderstiftung am 1. August auf dem Karlsplatz, der Flohmarkt am Feuersee am 12. September sowie der Tag der offenen Tür im Rathaus am 19. September.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Stuttgart/Veröffentlicht am 06.07.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.