Stuttgart verstärkt den Kampf gegen die Asiatische Tigermücke. In den besonders betroffenen Stadtbezirken Weilimdorf, Vaihingen und Mühlhausen können Anwohnerinnen und Anwohner ab sofort in den jeweiligen Bezirksrathäusern nach einem Beratungsgespräch kostenlos Bti-Tabletten erhalten. Vorrangig bleibt jedoch weiterhin, mögliche Brutstätten durch das Entfernen von Wasseransammlungen zu beseitigen.
Die Asiatische Tigermücke gilt inzwischen auch in Stuttgart als dauerhaftes Problem. Bislang ist sie vor allem lästig, potenziell kann sie jedoch Krankheitserreger übertragen, wenn sie auf Menschen trifft, die etwa nach einer Fernreise mit bestimmten Tropenkrankheiten infiziert sind. Um die Ausbreitung einzudämmen, setzt die Stadt deshalb besonders auf die Mithilfe der Bevölkerung.
Am wirksamsten ist es, stehendes Wasser auf Balkonen, in Gärten oder rund ums Haus gar nicht erst entstehen zu lassen. Gefäße und Flächen, in denen sich Wasser sammeln kann, sollten trockengelegt, ausgescheuert, mückensicher verschlossen oder ganz entfernt werden. Für Stellen, an denen das nicht möglich ist, stellt die Stadt in den betroffenen Bezirken Bti zur Verfügung. Mit dem Wirkstoff lassen sich etwa nasse Abläufe, Gullys oder Wasserabflüsse im Außenbereich von Mückenlarven freihalten.
Bei Bti handelt es sich um ein biologisch abbaubares Eiweiß eines Umweltbakteriums. Es wirkt gezielt auf den Verdauungstrakt von Mückenlarven und tötet diese ab. Andere Organismen sind davon nicht betroffen. Nach Angaben der Stadt ist der Stoff für Menschen, andere Säugetiere, Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel, Pflanzen und andere Insekten ungefährlich.
Bti nur gezielt einsetzen
Trotzdem ist der Einsatz von Bti geregelt. Der Wirkstoff unterscheidet nicht zwischen den Larven der Asiatischen Tigermücke und bestimmten anderen Mückenarten, die ökologisch wichtig sind. Deshalb darf Bti nicht in naturnahe oder dauerhaft belebte Gewässer wie Gartenteiche oder Bäche gelangen. Dort wird die Mückenpopulation ohnehin durch natürliche Fressfeinde wie Amphibien, Fische oder Libellen reguliert. Für die richtige Anwendung ist deshalb gesetzlich eine mündliche Einweisung im Rahmen eines Abgabegesprächs vorgeschrieben.
Bislang hatte die von der Stadt beauftragte Fachfirma ICYBAC in den betroffenen Gebieten straßenweise Hausbesuche durchgeführt. Dabei wurden Anwohnerinnen und Anwohner zur Beseitigung von Brutstätten beraten und bei Bedarf auch mit Bti-Tabletten versorgt. Grundlage dafür war das Monitoring der Firma, einer Unternehmenstochter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur biologischen Stechmückenbekämpfung, das auch in Stuttgart laufend erfasst, wo Tigermücken brüten und wie groß ihre Population ist.
Neu ist nun, dass sich Menschen aus den nachweislich betroffenen Stadtgebieten direkt in ihren Bezirksrathäusern kostenlos mit Bti versorgen können. Geschulte Mitarbeitende geben dort nicht nur das Mittel aus, sondern informieren auch über die richtige Anwendung und über Möglichkeiten, Brutstätten zu vermeiden. Klar ist aus Sicht der Stadt jedoch: Bti soll nur dort eingesetzt werden, wo andere Maßnahmen nicht möglich sind.
Wenige Minuten pro Woche können viel bewirken
Ansonsten bleibt die regelmäßige Kontrolle von Garten und Balkon die wichtigste Vorsorgemaßnahme. Die Tigermücke ist auf stehendes Wasser zur Fortpflanzung angewiesen. Bei hohen Temperaturen dauert es von der Eiablage bis zum Schlüpfen der Mücke nur etwa sieben Tage. Deshalb sollten alle Behälter und Gegenstände überprüft werden, in denen sich Regen- oder Gießwasser sammeln kann. Dazu zählen etwa Regentonnen, Eimer, Gießkannen, Untersetzer, Vogeltränken, Wasserschalen, aber auch herumliegendes Spielzeug oder Abfall wie Dosen.
Dr. Simon Friz, stellvertretender Leiter des Sachgebiets Trinkwasser und Umwelthygiene, weist darauf hin, dass die Eier der Tigermücke am Innenrand von Gefäßen haften und auch Trockenheit und Kälte überstehen können. Schon wenige Minuten Aufwand pro Woche zum Ausleeren und Reinigen könnten helfen, die Zahl möglicher Brutstätten und damit auch die Zahl der Tigermücken deutlich zu verringern. Dabei sollten möglichst alle mitmachen, auch wenn in der unmittelbaren Nachbarschaft noch keine Tigermücken gesichtet wurden. Vorbeugung sei wichtig, weil die tagaktiven und stechfreudigen Insekten den Aufenthalt im Freien schnell unangenehm machen könnten.
Neben Weilimdorf, Vaihingen und Mühlhausen hat das Monitoring im Jahr 2025 inzwischen auch in den Stadtbezirken Feuerbach sowie Ober- und Untertürkheim Eiablage-Nachweise der Tigermücke erbracht.
Die aus Südostasien stammende Stechmücke hat in Stuttgart von Mai bis Oktober Saison. Besonders dann, wenn sich Hitzephasen und Regenfälle abwechseln, ist mit einem verstärkten Brutgeschehen zu rechnen. Gerade zu Beginn der Freiluftsaison lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf mögliche Wasseransammlungen rund ums Haus.
Worauf im Alltag zu achten ist
Die Stadt empfiehlt, Wassergefäße mindestens einmal pro Woche vollständig zu leeren. Eimer, Gießkannen und andere Gegenstände, in denen sich Regen sammeln kann, sollten möglichst überdacht oder umgedreht gelagert werden. Vogel- und Tiertränken sollten wöchentlich ausgebürstet und mit frischem Wasser befüllt werden. Zusätzlich kann das Ausspülen mit 60 bis 70 Grad heißem Wasser helfen, Eier zu entfernen.
Andere potenzielle Brutstätten, in denen Wasser dauerhaft stehen bleibt, sollten gereinigt und anschließend dauerhaft geschützt werden. Regentonnen etwa müssen nach der Reinigung lückenlos mit einem feinen Moskitonetz verschlossen werden. Nur dort, wo sich eine Brutstätte technisch nicht beseitigen oder mückensicher abdichten lässt, soll Bti als ergänzende Maßnahme eingesetzt werden.
Online-Infos für die ganze Stadt
Zur weiteren Information bietet das Gesundheitsamt von Juni bis September jeweils am zweiten Montag im Monat ab 19 Uhr eine stadtweite Online-Veranstaltung zur Tigermückenbekämpfung an. Nach einem kurzen Vortrag beantworten die von der Stadt beauftragten Fachleute von ICYBAC Fragen der Teilnehmenden. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Zudem stellt die Stadt auf ihrer Internetseite weiterführende Informationen zur Asiatischen Tigermücke bereit.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Stuttgart/Veröffentlicht am 08.06.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.