Wildkamera bestätigt Vreni mit Jungtier im Thüringer Wald

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Eine Wildtierkamera hat den entscheidenden Nachweis geliefert: Die ausgewilderte Luchsin Vreni konnte anhand ihrer unverwechselbaren Fellzeichnung eindeutig erkannt werden. Besonders bemerkenswert ist, dass sie nicht allein unterwegs war, sondern gemeinsam mit mindestens einem Jungtier erfasst wurde. Für das Artenschutzprojekt „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ ist das ein herausragender Erfolg. Zugleich gilt Vreni als erste in menschlicher Obhut geborene Luchsin seit rund zwanzig Jahren, die in Deutschland im Freiland Nachwuchs bekommen hat.

Bei den beteiligten Organisationen BUND und WWF ist die Freude groß. Nachdem Vreni im August 2024 im Thüringer Wald freigelassen worden war, brach der Kontakt schon nach kurzer Zeit ab, weil ihr GPS-Sender technisch ausfiel. Danach fehlte über viele Monate jedes Lebenszeichen. Erst neue Aufnahmen von Fotofallen aus Februar und März 2026 brachten Gewissheit. Durch ihre individuelle Fellzeichnung ließ sich die Luchsin zweifelsfrei identifizieren. Auf einem der Bilder ist zudem ein junger Luchs zu sehen, der ihr in geringem Abstand folgt.

Der Luchsexperte des BUND Thüringen, Dr. Markus Port, erklärte, im Projektteam sei die Erleichterung und Freude sehr groß, weil Vreni lebe und sich weiterhin im Thüringer Wald aufhalte. Die Sichtung der Luchsin gemeinsam mit ihrem Jungtier auf den Fotofallenbildern bezeichnete er sinngemäß als einen ganz besonderen Moment innerhalb des Projekts.

Auch Dr. Max Boxleitner vom WWF machte deutlich, wie belastend die lange Zeit ohne Hinweise auf Vreni gewesen sei. Nach dem Ausfall des Halsbandsenders habe das Team lange in Ungewissheit gelebt, aber dennoch darauf gehofft, erneut ein Zeichen von ihr zu bekommen. Diese Hoffnung sei nie ganz verschwunden.

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Das auf einer weiteren Aufnahme erkennbare Jungtier ist bereits fast ausgewachsen und dürfte im Frühjahr 2025 geboren worden sein. Daraus lässt sich schließen, dass die damals etwa zweijährige Vreni sich bereits im ersten Jahr nach ihrer Auswilderung erfolgreich fortgepflanzt hat. Für das Projekt ist das von großer Bedeutung. Luchse bringen in der Regel einmal jährlich Nachwuchs zur Welt, meist im Mai oder Juni. Üblicherweise umfasst ein Wurf zwei bis vier Jungtiere.

Auf die Spur von Vreni war das Projektteam zunächst durch die Aufnahme einer privaten Wildkamera gekommen. Seit November 2025 wurden dann zusätzlich eigene Kameras in dem Gebiet installiert. Ein besonderer Dank gilt den Jagdpächtern und Waldbesitzenden vor Ort, die mit ihrer Unterstützung wesentlich zur Suche beigetragen haben. Auch die zuständigen Revierleitungen von ThüringenForst halfen aktiv mit.

Jörn Ripken aus dem Vorstand von ThüringenForst betonte, dass die Mitarbeitenden regelmäßig in den Waldgebieten unterwegs seien und das Projekt unterstützten, indem sie Beobachtungen und Hinweise sammelten und weitergaben. Für ThüringenForst stelle die Stärkung des Luchsbestands eine wertvolle Ergänzung des Waldökosystems dar. Gemeinsam mit den Projektpartnern setze man sich deshalb dafür ein, dem Luchs im Thüringer Wald dauerhaft Lebensraum zu sichern.

Ob ein weiteres Jungtier, das im Oktober 2025 fotografiert worden war, noch lebt, ist derzeit unklar. Da Fotofallen nicht immer alle Jungtiere erfassen, lässt sich das nicht sicher beurteilen. Gleichzeitig ist bekannt, dass die Sterblichkeit unter jungen Luchsen vergleichsweise hoch ist.

Vreni stammt aus dem Wildnispark Langenberg bei Zürich und wurde dort im Frühjahr 2023 geboren. Nach dem Ende des Wiederansiedlungsprojekts im Nationalpark Harz in den frühen 2000er Jahren ist sie damit die erste in menschlicher Obhut geborene Luchsin, die in Deutschland in freier Wildbahn Junge zur Welt gebracht hat. Dieser Nachweis ist ein bedeutender Erfolg für den Artenschutz.

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Hintergrund zu Vreni

Vreni wurde im August 2024 im Thüringer Wald ausgewildert. Sie entstammt dem Erhaltungszuchtprogramm für den Karpatenluchs der European Association for Zoos and Aquaria, kurz EAZA.

Bereits im April 2024 war sie in das BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda gebracht worden. Dort wurde sie gemeinsam mit weiteren Luchsen in einem eigens eingerichteten, naturnahen Gehege auf das Leben in freier Wildbahn vorbereitet.

Kurz nach der Freilassung fiel ihr GPS-Sender aus. Deshalb gab es rund anderthalb Jahre lang keine Daten über ihren Aufenthaltsort. Erst aktuelle Fotofallenaufnahmen ermöglichten nun die sichere Identifizierung. Möglich wird das durch die charakteristischen Fellmuster, die bei Luchsen eine eindeutige Zuordnung einzelner Tiere erlauben.

Hintergrund zum Projekt

Das Projekt „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ ist ein Gemeinschaftsvorhaben von BUND, WWF, ThüringenForst, dem Wildkatzendorf Hütscheroda, dem Landesjagdverband Thüringen, dem UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, dem Naturpark Thüringer Wald, der Georg-August-Universität Göttingen sowie den rumänischen Partnern ACDB und Romsilva.

Es ist Teil des europäischen Netzwerks Linking Lynx, in dem Fachleute daran arbeiten, Luchspopulationen in Mitteleuropa zu erhalten und besser miteinander zu vernetzen. Ziel ist es, durch gezielte Auswilderungen und die Verbindung bestehender Bestände langfristig eine stabile, eigenständige Luchspopulation in Mitteleuropa aufzubauen. Viele der im Thüringer Wald freigelassenen Tiere stammen aus dem Erhaltungszuchtprogramm der EAZA.

Umgesetzt wird das Vorhaben im Rahmen des Programms „Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“. Gefördert wird es durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten. Die Mittel stammen sowohl vom Freistaat Thüringen als auch aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Damit investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Regionen.

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Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)/Veröffentlicht am 07.05.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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