Gänsefamilien auf Platzsuche für die Mauser

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Wer derzeit durch Parks und Grünanlagen spaziert, könnte Zeuge eines faszinierenden Naturschauspiels werden: Auf wassernahen Wiesen versammeln sich Graugänse. Die jungen Küken der Graugänse, auch Gössel genannt, wurden in den vergangenen Wochen geboren. Diese noch flugunfähigen Jungtiere sind damit beschäftigt, Gras vom Boden zu zupfen, während sie von den Elternvögeln streng beaufsichtigt werden. Oftmals grasen mehrere Gänsefamilien gemeinsam, da Gänse sehr gesellige Tiere sind und sich gegenseitig vor Gefahren warnen. Jedoch können sie momentan nicht fliehen, denn ab Mitte Mai beginnt ihre Mauser. Während dieser Zeit verlieren Graugänse ihre Schwungfedern, die mit einer Rate von etwa neun Millimetern pro Tag nachwachsen. Es dauert ungefähr fünf Wochen, bis das Gefieder vollständig erneuert ist und die Vögel wieder flugfähig sind.

In dieser verletzlichen Phase suchen die Gänse ungestörte Rückzugsorte wie Moore und Sümpfe auf, finden jedoch auch in städtischen Parks gute Bedingungen. Lea-Carina Mendel von der Deutschen Wildtier Stiftung weist darauf hin, dass die flugunfähigen Küken und ihre mausernden Eltern in den Parks zwischen Wasser, Schilfgürtel und Wiesen pendeln können. Allerdings sind die Gänse in den Parks oft großem Stress ausgesetzt, der durch Menschen und Hunde verursacht wird. Parkbesucher sind andererseits oft von der Präsenz der Gänse und deren Hinterlassenschaften auf Liegewiesen und Spazierwegen genervt.

Die Deutsche Wildtier Stiftung appelliert an die Öffentlichkeit, während der Mauser Rücksicht auf die Gänse zu nehmen, um unnötigen Stress und Turbulenzen in der sozialen Gänsegruppe zu vermeiden. Die Küken sind besonders gefährdet, leichte Beute für Raubvögel, Krähen oder freilaufende Hunde zu werden. Hunde sollten in der Brut- und Setzzeit stets an der Leine gehalten werden, um zu vermeiden, dass einzelne Elterntiere, die sich in der Mauser befinden, angegriffen werden.

siehe dazu auch:  Vögel zählen bei "Stunde der Wintervögel"

Ein zu nahes Herankommen an die ausgewachsenen Graugänse birgt ebenfalls Risiken, da diese sich durchaus wehren können. Sobald die Gänse wieder flugfähig sind, überlassen sie den Parks wieder den Menschen. Ist die Mauser abgeschlossen, ziehen einige der Graugänse ins Umland oder weiter, beispielsweise nach Skandinavien. Nach den Graugänsen beginnen auch Kanadagänse und Nilgänse ihre Mauserperiode, die ebenfalls etwa fünf Wochen andauert.

**Wissenswertes über Graugänse:**

– Grauganspaare bleiben ihr Leben lang zusammen, wobei sich die Gans ihren Partner aussucht.
– Junge Graugänse bleiben das erste Lebensjahr bei den Eltern, um die Zugwege und Rastplätze zu erlernen.
– In Gruppen von Graugänsen kämpfen die Ganter jedes Jahr um die Rangordnung, wobei der Sieger seine Stellung mit lautem Triumphgeschrei kundtut.
– Jede Gänsefamilie hat eigene Routen und Rastplätze weltweit.
– Gänse können sehr alt werden, wie der Fall eines Ganters in Hamburg zeigt, der 27 Jahre alt wurde.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Deutsche Wildtier Stiftung / Veröffentlicht am 21.05.2024

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