Verschlechterte Stimmung bei der Saarwirtschaft

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Im November deutet sich in der Saarwirtschaft eine leichte Verschlechterung der Stimmung an. Die Meldungen der Unternehmen bezüglich ihrer aktuellen Lage und Erwartungen für die nächsten sechs Monate signalisieren diesen Trend. Der IHK-Lageindikator fiel um 1,8 Punkte, was hauptsächlich auf schwächere Lageeinschätzungen im Maschinenbau und in der Logistikbranche zurückzuführen ist. Der Wert von 19,9 Zählern ist der niedrigste seit dem Frühjahr 2021. Auch die Geschäftsaussichten für den kommenden Winter sind etwas schwächer, da der IHK-Erwartungsindikator um 0,2 Punkte auf minus 14,0 Zähler gesunken ist.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé kommentierte die Umfrageergebnisse der IHK Saarland, an der etwa 300 Unternehmen mit über 100.000 Beschäftigten teilnahmen und die vor der Verkündung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts abgeschlossen wurde. Die Unternehmen drücken ihre Bedenken über die Entwicklung der Saarkonjunktur aus. Faktoren wie gestiegene Zinsen, anhaltende Inflation, hohe Energiepreise und eine schwache Nachfrage im Wohnungsbau wirken weiterhin bremsend auf die Wirtschaft. Diese strukturellen Hemmnisse beeinträchtigen die Investitionstätigkeit der Unternehmen zunehmend. Die gesamte Binnenkonjunktur wird dadurch stark gedämpft. Um diesen Wachstumsstillstand zu überwinden, ist laut Thomé ein Wechsel zu einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik erforderlich. Viele Unternehmen haben Zweifel an den Zusagen der Bundesregierung, die für den Erfolg der Energiewende und den versprochenen Bürokratieabbau notwendig sind. Thomé betonte, dass das klare Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts die Möglichkeit für einen mutigen Neuanfang in der Finanz- und Wirtschaftspolitik bietet.

Die Einschätzung der Geschäftslage variiert unter den befragten Unternehmen: 34 Prozent bewerten ihre Lage als gut oder sehr gut, 51 Prozent als befriedigend und 15 Prozent als schlecht. Positiv verlaufen die Geschäfte in der Elektroindustrie, Teilen der Stahlindustrie und bestimmten Bereichen des Fahrzeugbaus. Dagegen zeigen sich im Ernährungsgewerbe, der Gummi- und Kunststoffindustrie, dem Stahlbau, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Medizintechnik und bei den Gießereien überwiegend befriedigende Bewertungen. Die Bauwirtschaft bleibt aufgrund der Wohnungsbauprobleme weiterhin schwach.

Im Dienstleistungsgewerbe berichten 88 Prozent der Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Während die IT-Branche gut abschneidet, ist die Lage bei Banken, Versicherungen, unternehmensnahen Dienstleistern, im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Handel uneinheitlich. Die etwas schwächere Geschäftstätigkeit in Teilen der Industrie spiegelt sich im Transportgewerbe wider.

Für die nächsten sechs Monate erwarten nur vier Prozent der Betriebe bessere Geschäfte, während 18 Prozent mit schlechteren Geschäften rechnen. Die verbleibenden 78 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Thomé betont die Wichtigkeit der Einhaltung der Zusagen seitens des Bundes für das Saarland, insbesondere im Hinblick auf den Transformationspfad der Saarindustrie und den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur. Die Unterstützung für die saarländische Stahlindustrie sei überlebenswichtig. Er fordert klare Prioritäten seitens der Bundesregierung zugunsten der Industrie und betont, dass diese Maßnahmen auch das Vertrauen ausländischer Investoren stärken und die Zukunftsfähigkeit des Standortes Deutschland sichern würden.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von IHK Saarland / Veröffentlicht am 24.11.2023

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